Von Spuren im Süden Autor Christoff Peters
In den Südalpen und am Alpenhauptkamm bleibt das Altschneeproblem in den West-, Nord- und Ostsektoren oberhalb von rund 2000 m erheblich (Lawinenwarnstufe 3). Vereinzelt findet man das Altschneeproblem auch an sonnigen Hängen oberhalb von rund 2500 m. Mit der Tageserwärmung steigt in den Südalpen und am Alpenhauptkamm die Lawinengefahr in Sonnenhängen am Nachmittag deutlich an (Lawinenwarnstufe 3). In der zweiten Tageshälfte kommt es unter rund 2500 m zu einer starken Durchfeuchtung der Schneedecke – ein erhöhtes Auftreten von Nassschneelawinen im Bereich von steilen Sonnenhängen und unter Felswandfüßen ist zu erwarten. Bei potenziell großen Lawinen sind die Auslaufbereiche besonders zu beachten. Eine gute zeitliche Planung ist notwendig. Aufgrund der klaren Nächte mit Abstrahlung (Schneedecke kühlt ab) und der tagsüber ansteigenden Temperaturen bildet sich im Tagesverlauf in Sonnenhängen – überwiegend in Ost- bis Südexposition – Firnschnee. Westseitig weicht die Schneedecke in höheren Lagen kaum auf – in mittleren Lagen erst im späteren Tagesverlauf. Das Altschneeproblem bleibt dort weiterhin das überwiegende Lawinenproblem.
Am 26. Februar kam es an der Plattenspitze bei Obertauern gegen 14:20 in einer Höhe von circa 2150 m und einem Hang mit West- bis Nordexposition zu einem Lawinenabgang. Das Schneebrett löste sich aus einem sehr steilen Hangbereich unterhalb eines Felswandfußes und riss den oberflächlich durchfeuchteten Schnee mit sich. Die Dimension der Lawine war groß, der Lawinenkegel erreichte ein Ausmaß von rund 200 Metern Breite und 100 Metern Länge, mit Stauhöhen von teilweise bis zu 3 Metern.
In den Nächten gefrieren die im Tagesverlauf durchfeuchteten Schichten der Schneedecke – es bildet sich oberflächlich ein tragfähiger Schmelzharschdeckel aus. In steileren oder schattseitigen Hangbereichen herrscht am frühen Morgen akute Abrutsch- und Absturzgefahr. Die Mitnahme von Harscheisen wird empfohlen.
Am Wochenende erwartet uns sonniges und windschwaches Wetter – die Nächte sind klar und die Schneedecke kann gut abstrahlen. Am Morgen sind die Bedingungen für Touren oft günstig. Nur nördlich des Alpenhauptkamms kann sich am Sonntag, 1. März, der Himmel etwas eintrüben.
Tipps für das Wochenende:
Steile und schattige Hänge im Sektor West – Nord – Ost konsequent meiden. Einzige Ausnahme: der Hang ist offensichtlich bereits vorher als Schneebrettlawine abgegangen und somit entladen
Genügend Abstand zu oben genannten Hängen einhalten um Fernauslösungen zu vermeiden
Nach klaren Nächten: sicheren Firn an Südhängen genießen – vor allem unterhalb rund 2400m

Die Webcams von foto-webcam.eu geben verlässlich Aufschluss darüber, wie stark die nächtliche Ausstrahlung tatsächlich ist. Hier ein klarer Himmel über Mallnitz in der Nacht vom 27.Februar.
Frühjahrssituation berücksichtigen: Früh starten und früh zurück sein. An sehr steilen Sonnenhängen sind im Tagesverlauf spontane Lawinen möglich
Auslaufbereiche von Gleitschnee- und Nassschneelawinen beachten
Sicherheitsausrüstung mitführen und Standardmaßnahmen einhalten (nicht alleine, Abstände im Aufstieg und in der Abfahrt, sichere Sammelpunkte)

